8 Bewegungsspiele zu Gefühlen + Gefühlskarten als PDF

Kinder erleben täglich eine Vielzahl von Gefühlen, oft ohne sie richtig benennen oder verstehen zu können. Bewegungsspiele sind eine wunderbare Möglichkeit, Emotionen auf spielerische Weise erfahrbar zu machen. Durch Bewegung können Kinder ihre Emotionen ausdrücken, sie bei anderen erkennen und lernen, mit ihnen umzugehen. In diesem Beitrag erfährst du, wie du Gefühle kindgerecht erklärst und mit einfachen Bewegungsspielen im Kindergarten oder in der Turnhalle Kindern hilfst, ihre Gefühlswelt besser zu verstehen. 

Gefühle kindgerecht erklären

Kinder brauchen Worte und Erlebnisse, um ihre Emotionen zu verstehen. Wenn du Gefühle kindgerecht erklären möchtest, helfen dir Geschichten, Bilder oder kleine Rollenspiele. So können Kinder lernen, was es bedeutet, traurig, wütend, glücklich oder ängstlich zu sein. Besonders hilfreich ist es, wenn du die Gefühle mit Körperhaltungen oder Gesten verbindest – zum Beispiel: „Wie sieht ein wütendes Gesicht aus?“ oder „Wie fühlt sich Freude im Körper an?“ Durch dieses bewusste Wahrnehmen lernen Kinder, dass alle Gefühle erlaubt sind und zum Leben dazugehören.

Um Gefühle kindgerecht zu erklären, kannst Du die folgende Geschichte nutzen. Ändere sie gerne so ab, dass sie für deine Kinder passend ist.

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Die Gefühlerunde mit Tieren: Eine kindgerechte Anleitung

Setze dich mit den Kindern im Sitzkreis zusammen. Beginne mit der Einleitung:
„Heute wollen wir die Welt der Gefühle entdecken. Manchmal sind wir froh, manchmal traurig oder auch mal richtig wütend. Das ist ganz normal, denn alle Menschen haben Gefühle.“

Erzähle, dass jedes Gefühl wie ein Tier sein kann, das uns besucht. Lade die Kinder ein, gemeinsam die Tiere und ihre Gefühle kennenzulernen:

Der fröhliche Affe:
„Stellt euch vor, in eurem Bauch hüpft ein kleiner Affe herum, weil ihr euch so sehr freut. Wie würdet ihr euch bewegen, wenn ihr so viel Freude habt wie der Affe?“
Die Kinder dürfen jetzt aufstehen, springen, lachen und zeigen, wie sich Freude im Körper anfühlt.

Der traurige Bär:
„Manchmal ist in uns ein kleiner Bär, der traurig ist. Er lässt den Kopf hängen und möchte vielleicht geknuddelt werden. Zeigt mal, wie ihr ausseht, wenn ihr traurig seid. Wie fühlt sich das an?“
Die Kinder dürfen dazu passende Bewegungen und Mimik zeigen.

Die wütende Tigerin:
„Und jetzt kommt ein wütender Tiger vorbei. Wie sieht ein Tiger aus, der richtig wütend ist? Wie spannt sich sein Körper an, wie schaut er? Zeigt mir euren wütenden Tiger!“
So können die Kinder Körperspannung und passende Gesichtsausdrücke erleben.

Der ängstliche Hase:
„Es gibt auch Momente, da sind wir ängstlich. Dann hoppelt in unserem Bauch vielleicht ein kleiner Hase, der sich unter einem Busch verstecken möchte. Wie sieht so ein Hase aus, wenn er Angst hat? Was machen eure Schultern, euer Gesicht?“
Die Kinder zeigen mit Bewegungen und Gestik, wie sich Angst anfühlt.

Erkläre immer wieder, dass alle diese Gefühle gut und richtig sind: „Jedes Gefühl will dir etwas zeigen. Egal, ob du fröhlich, traurig, wütend oder ängstlich bist: Rede darüber, dann geht es dir besser. Und vergiss nicht – Gefühle gehören zu jedem Leben dazu!“

Tipp: Binde Tier Gefühlskarten ein oder lasse die Kinder selbst Tier-Gefühle malen. Das hilft, die unterschiedlichen Emotionen noch besser zu erkennen und zu benennen. 

Welche Gefühle gibt es? Eine kindgerechte Übersicht

Um Emotionen zu erkennen und zu verstehen, brauchen Kinder Orientierung. Sie erleben täglich viele Gefühle, können sie aber oft noch nicht benennen oder einordnen. Wenn du Kindern dabei hilfst, ihre Gefühle zu erkennen, gibst du ihnen ein wichtiges Werkzeug für ihr ganzes Leben: Sie lernen, sich selbst und andere besser zu verstehen. Eine bewusste Auseinandersetzung mit Emotionen stärkt ihr Selbstbewusstsein und ihre soziale Kompetenz. Besonders hilfreich ist es, wenn du Gefühle nicht nur erklärst, sondern auch mit Bewegung, Mimik oder Musik verbindest. So werden Gefühle für Kinder buchstäblich begreifbar.

Ich habe dir hier eine Übersicht über die gängigsten Gefühle erstellt, die du gut mit Kindern besprechen kannst:

Freude: Wenn etwas Schönes passiert oder man Spaß hat – man möchte lachen, tanzen oder springen.

Traurigkeit: Wenn man etwas verloren hat oder etwas Schlimmes passiert – man möchte vielleicht weinen oder allein sein.

Wut: Wenn etwas nicht klappt oder man sich ungerecht behandelt fühlt – der Körper spannt sich an, man möchte stampfen oder schreien.

Angst: Wenn man sich unsicher fühlt oder etwas Unbekanntes erlebt – man zieht sich zurück oder sucht Schutz bei einer vertrauten Person.

Überraschung: Wenn etwas Unerwartetes passiert – die Augen werden groß, der Mund öffnet sich, das Herz klopft schneller.

Ekel: Wenn etwas unangenehm riecht oder schmeckt – man verzieht das Gesicht und möchte Abstand halten.

Liebe: Wenn man jemanden gernhat – man möchte kuscheln, helfen oder einfach beieinander sein.

Stolz: Wenn man etwas geschafft hat – man steht aufrecht, lächelt und fühlt sich stark.

Neugier: Wenn man etwas Neues entdecken möchte – die Augen leuchten, man stellt viele Fragen und will mehr wissen.

Scham: Wenn man etwas getan hat, das einem unangenehm ist – man schaut weg oder versteckt sich.

Diese zehn Gefühle sind besonders gut geeignet, um sie im Kindergartenalltag oder auch beim Kinderturnen aufzugreifen. Sie kommen häufig vor, sind leicht zu verstehen und können gut in Bewegungsspielen oder Alltagsgesprächen aufgearbeitet werden.

Bewegungsspiele im Kindergarten zum Thema Gefühle

Im Kindergarten eignen sich Bewegungsspiele hervorragend, um Gefühle nicht nur sprachlich, sondern auch körperlich zu entdecken. Die Kinder lernen spielerisch Gesichtsausdrücke zu deuten und die Welt der Gefühle besser zu verstehen. So verbindet solche Spiele Spaß, Bewegung und emotionale Bildung. 

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1. Gefühle-Statue

Material: Karten oder Bilder von Gesichtern mit verschiedenen Emotionen (z.B. glücklich, traurig, wütend, überrascht)
Dauer: 8–10 Minuten
Spielanleitung:

  1. Die Kinder bewegen sich frei durch den Raum zur Musik.
  2. Die Spielleitung ruft „Einfrieren!“ und zeigt eine Gefühls-Karte.
  3. Die Kinder stellen mit ihrer Mimik und Körperhaltung diese Emotion dar – wie eine Statue, die eingefroren ist.
  4. Wer möchte, kann kurz erzählen, wann er oder sie dieses Gefühl schon einmal erlebt hat.
  5. Danach geht die Musik weiter, bis die nächste Karte gezeigt wird.

2. Gefühlsfarbenlauf

Material: Farbkarten oder große farbige Tücher; jede Farbe steht für ein Gefühl (z.B. Gelb = fröhlich, Blau = ruhig, Rot = wütend, Grün = entspannt)
Dauer: 10–12 Minuten
Spielanleitung:

  1. Die Farbkarten oder Tücher werden im Raum verteilt.
  2. Die Spielleitung ruft ein Gefühl oder zeigt die zugehörige Farbkarte.
  3. Die Kinder laufen oder bewegen sich auf die jeweilige Farbe zu.
  4. Dort angekommen, sollen sie eine kleine Bewegung machen, die zu diesem Gefühl passt (z.B. fröhlich = hüpfen, wütend = stampfen, ruhig = tief durchatmen).
  5. Variation: Die Kinder können selbst neue Bewegungen zu einer Farbe vorschlagen.

3. Gefühle-Pantomime-Kreis

Material: Karten mit Emotionen oder kleine Kärtchen mit Situationen (z.B. „Eis essen“, „Spielzeug verloren“)
Dauer: 10 Minuten
Spielanleitung:

  1. Die Kinder sitzen im Kreis. Ein Kind bekommt eine Gefühls- oder Situationskarte.
  2. Das Kind stellt das Gefühl pantomimisch dar – ohne Worte, nur mit Mimik und Gestik.
  3. Die anderen Kinder raten, welches Gefühl gemeint ist.
  4. Nach jeder Pantomime kann kurz besprochen werden, wie man mit dem Gefühl umgehen kann.
  5. Das nächste Kind ist dran, bis jeder einmal gespielt hat.

4. Emotionen-Stafette

Material: kleine Gegenstände (Ball, Stofftier) als Staffelobjekt, Karten mit Emotionen
Dauer: 12–15 Minuten
Spielanleitung:

  1. Die Kinder stehen in zwei oder drei Teams hintereinander.
  2. Vor jedem Team liegt eine Karte mit einer Emotion.
  3. Das erste Kind läuft mit dem Staffelobjekt zu einem Punkt, stellt dort das Gefühl dar (z.B. wütend stampfen, fröhlich lachen), und läuft zurück.
  4. Danach ist das nächste Kind dran.
  5. Wenn alle in der Reihe dran waren, bekommt das Team eine neue Emotion.
  6. Das Spiel geht weiter, bis jede Gruppe mehrere Gefühle durchlaufen hat.

Bewegungsspiele Gefühle: Ideen für die Turnhalle

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15 Bewegungsspiele für 3-6 Jährige in der Turnhalle

1. Gefühle-Staffellauf

Material: Karten mit verschiedenen Gefühlen, eine kleine Hütchen-Markierung als Ziel
Dauer: 15 Minuten
Spielanleitung:

  1. Die Kinder werden in zwei oder mehr Teams aufgeteilt.
  2. Jedes Team steht hinter einer Startlinie, vor ihnen liegt das Hütchen als Wendepunkt.
  3. Die erste Person läuft zum Hütchen, wo eine Gefühlskarte liegt. Sie liest die Karte (oder bekommt sie von der Spielleitung gezeigt) und stellt das Gefühl pantomimisch dar (ohne Worte).
  4. Dann läuft sie zurück zum Start und gibt den Staffelstab oder das imaginäre Staffelobjekt an das nächste Kind weiter.
  5. Das nächste Kind läuft und stellt eine neue Emotion dar.
  6. Das Team, das zuerst alle Gefühle, die dort auf den Karten abgebildet sind, gezeigt hat, gewinnt.

2. Gefühlskuhlen-Hüpfen

Material: Kreismatten oder abgeklebte Felder auf dem Boden mit Bildern von verschiedenen Gefühlen
Dauer: 12 Minuten
Spielanleitung:

  1. Die Kinder verteilen sich in der Turnhalle und springen von Feld zu Feld oder Matte zu Matte.
  2. Die Spielleitung ruft jeweils ein Gefühl aus, z.B. „glücklich“, „ängstlich“.
  3. Die Kinder müssen so schnell wie möglich auf das Feld mit dem passenden Gefühl hüpfen.
  4. Wer auf das falsche Feld springt, scheidet aus oder muss eine kleine Aufgabe erfüllen (z.B. 3 Hampelmänner).
  5. Das Spiel wird mehrere Runden gespielt, dabei geht es um schnelle Beweglichkeit und Erkennen von Gefühlen.

3. Emotions-Ballspiel

Material: Weicher Ball, Karten mit Gefühlen
Dauer: 10–15 Minuten
Spielanleitung:

  1. Die Kinder stehen im Kreis. Die Spielleitung zeigt eine Gefühlskarte.
  2. Ein Kind bekommt den Ball und muss diesen zu einem anderen Kind werfen, dabei das Gefühl pantomimisch darstellen (z.B. wütend die Stirn runzeln).
  3. Das Kind, das den Ball fängt, sagt den Namen des Gefühls laut und zeigt seine eigene Interpretation.
  4. Danach wirft es den Ball weiter zum nächsten Kind, das eine neue Gefühlskarte gezeigt bekommt.
  5. Das Spiel fördert die Aufmerksamkeit, Motorik und den Ausdruck von Emotionen.

4. Gefühle-Verstecken

Material: Kleine Karten mit Gefühlen, evtl. Verstecke in der Turnhalle (Turnmatten, Kästen, Ecken)
Dauer: 15 Minuten
Spielanleitung:

  1. Ein Kind wird zum:zur Fänger:in bestimmt.
  2. Die anderen Kinder verteilen sich im Raum
  3. Das fangende Kind nennt dem gefangenen Kind gegenüber eine Emotion. Das Kind drückt diese Emotion mit einem Gesichtsausdruck und der Körperhaltung aus.
  4. Ein gefangenes Kind kann befreit werden, indem ein anderes Kind kommt und die Emotion richtig benennt. 
  5. Das Spiel fördert Bewegung, Wahrnehmung und Empathie.

So fördern Bewegungsspiele die emotionale Entwicklung von Kindern

Bewegungsspiele unterstützen Kinder sowohl emotional, sozial als auch kognitiv. Wenn Kinder Gefühle mit Bewegung verbinden, lernen sie, Emotionen zu erkennen und sie angemessen auszudrücken. Gleichzeitig stärkt gemeinsames Spielen Empathie und Rücksichtnahme. Bewegungsspiele fördern außerdem Selbstbewusstsein, weil Kinder spüren, dass sie ihre Emotionen erkennen und auch steuern können. Durch die Verbindung von Körper und Gefühl entsteht ein tieferes Verständnis der eigenen Identität. Besonders bei schüchternen oder impulsiven Kindern können solche Spiele wahre Wunder bewirken.

Praktische Tipps zur Durchführung von Bewegungsspielen rund um Gefühle

Damit Bewegungsspiele gut gelingen, brauchst du in der Regel keine aufwändigen Materialien. Wichtig ist eine ruhige Atmosphäre und klare Anweisungen. Beginne mit einer kurzen Einführung ins Thema Gefühle: „Heute spielen wir mit unserer Wut, Freude oder Angst! Wo spürst du deine Wut am meisen? Wer war schon mal so richtig traurig?“

Verwende Musik, Tücher oder Farben, um Emotionen greifbarer zu machen. Achte darauf, dass alle Kinder sich sicher fühlen und kein Gefühl bewertet wird. Nach dem Spiel lohnt es sich, gemeinsam zu besprechen, wie sich jedes Gefühl angefühlt hat. Welche Emotion war leicht/schwer darzustellen? So wird aus Bewegung auch ein Moment der Reflexion.

Fazit: Mit Bewegungsspielen Gefühle verstehen und stärken

Bewegungsspiele sind ein wertvolles Medium, um Kindern ihre Gefühlswelt näherzubringen. Sie helfen dabei, Emotionen zu erkennen, auszudrücken und zu regulieren. Durch spielerisches Erleben lernen Kinder, dass alle Gefühle erlaubt sind und wichtig für ihr Wohlbefinden. So legst du einen Grundstein für eine gesunde emotionale Entwicklung, die sie ihr ganzes Leben begleiten kann.

Häufig gestellte Fragen zum Thema „Bewegungsspiele Gefühle“

Welche Bewegungsspiele helfen Kindern, ihre Gefühle auszudrücken?

Spiele wie „Gefühlsstatuen“, „Freudentanz“ oder „Wutkissen-Werfen“ eignen sich besonders gut, um Emotionen durch Bewegung auszudrücken. Sie fördern den Körperausdruck und das Bewusstsein für die eigene Gefühlslage.

Ab welchem Alter sind Bewegungsspiele zum Thema Gefühle geeignet?

Bereits ab dem dritten Lebensjahr können Kinder einfache Bewegungsspiele zu Gefühlen mitmachen. Je nach Alter und Entwicklungsstand kannst du die Spiele anpassen und komplexere Emotionen einführen.

Welche Kompetenzen werden durch Bewegungsspiele gefördert?

Neben motorischen Fähigkeiten stärken Bewegungsspiele emotionale Intelligenz, Empathie, Selbstwahrnehmung und soziale Kompetenzen. Kinder lernen, Gefühle zu benennen und mit ihnen umzugehen.

Welche 7 Gefühle gibt es?

Zu den sieben Grundgefühlen zählen Freude, Traurigkeit, Wut, Angst, Überraschung, Ekel und Liebe. Diese Emotionen bilden die Basis, um Gefühle zu verstehen und im Alltag wiederzuerkennen.

Quellen

https://www.erzieherin.de/gefuehle-in-bewegung.html

https://mondamo.de/wp/kleinkunst/spiele-kinder-emotionsregulation/

https://www.betzold.de/blog/emotionsregulation-bei-kindern

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